SITZUNG DES GEMEINDERATES DER STADTGEMEINDE MÖDLING

am Samstag, dem 21. März 2009 um 9.00 Uhr
im Sitzungssaal des Mödlinger Rathauses, Schrannenplatz 1


Bericht des Bürgermeisters (Auszüge)

Anfragen (Auszüge)

Tagesordnung (öffentlicher Teil)

Dringlichkeitsanträge der Parteien

Legende:

AB: = Abstimmungsergebnis: ++ = einstimmig.
+ = mit Mehrheit

GR = Grüne: + = dafür, - = dagegen


TAGESORDNUNG:

Bürgermeister LAbg. Hans Stefan Hintner

1. Eröffnung und Feststellung der Beschlussfähigkeit

2. Genehmigung der letzten Sitzungsprotokolle vom 20. und 21. März 2009

3. Europawahl; Entschädigung für die Mitglieder der Wahlbehörden und sonstigen Mitarbeitern

€ 55 / 55 / 45 Entschädigungssummen für WahlleiterInnen; € 65 für Schulwarte, 25 € je Reinigungskraft;

AB ++

4. Bericht des Bürgermeisters

Zunächst möchte ich berichten, dass die Termine für die Sitzungen des 2. Halbjahres 2009 jedem Mitglied des Gemeinderates vorliegen. Ich ersuche um entsprechende Kenntnisnahme und Vormerkung.

Anschließend habe ich dem Gemeinderat gemäß § 38 Abs 4 NÖ Gemeindeordnung zu berichten, dass ich Herrn Rechtsanwalt Dr. Peter Kaupa mit der Kündigung des Benützungsübereinkommens hinsichtlich der Verkaufshütte in der Duursmagasse beauftragt habe. Der Stadtrat hat bereits die Schaffung von Parkplätzen in diesem Bereich beschlossen und ist die Verkaufshütte seit mehreren Jahren praktisch nicht mehr geöffnet und wird auch nicht widmungsgemäß verwendet.

Weiters darf ich berichten, dass die Angelegenheit der Radar-Überwachung durch unsere Sicherheits-GmbH weiterhin rechtlich ungeklärt ist. Es hat zwar eine Novelle der Straßenverkehrsordnung gegeben, jedoch liegt mir eine Auskunft des zuständigen Bundesministeriums vor, demgemäß durch diese Novelle keine Änderung der Rechtslage hinsichtlich der Überwachung durch Gemeinden eingetreten ist. Um trotzdem an besonders gefährdeten Stellen die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, habe ich über die Bezirkshauptmannschaft Mödling die Polizeiinspektion Mödling ersucht, Geschwindigkeitskontrollen auf Gemeindestraßen durchzuführen. Nunmehr liegt mir ein Bericht der Strafabteilung der Bezirkshauptmannschaft Mödling vor, demgemäß diese Kontrollen ab November 2008 durchgeführt wurden. Ein Großteil der Fahrzeuglenker hat sich an die erlaubte Höchstgeschwindigkeit gehalten und mussten seitens der Polizeiinspektion nur relativ wenige Anzeigen erstattet werden.

Im Hinblick auf die Berichterstattung im Mödlinger Grünen Blatt über den Prüfbericht hinsichtlich der „Die Mödlinger Saubermacher GmbH“ möchte ich ausdrücklich darauf hinweisen, dass in der Gemeinderatsitzung bei diesem Tagesordnungspunkt die Vertraulichkeit beschlossen wurde. Vertraulichkeit heißt, dass über die Inhalte des betreffenden Tagesordnungspunktes keinerlei Informationen an die Öffentlichkeit gelangen dürfen. Durch die sehr detaillierte Berichterstattung im Artikel „Müllskandal“ erachte ich die Vertraulichkeit verletzt und muss in diesem Zusammenhang feststellen, dass die Vertreter der Grünen im Gemeinderat entgegen dem von ihnen abgegebenen Amtseid gehandelt haben. Ich weise auch darauf hin, dass die Verletzung von Amtspflichten hinsichtlich der Vertraulichkeit von Sitzungen im Zusammenhang mit der Wahrung von Amtsgeheimnissen einen Straftatbestand darstellt, der von den ordentlichen Strafgerichten geahndet werden kann.

Zum EVN-Biomasse-Heizkraftwerk in Mödling und dem bezughabenden Dringlichkeitsantrag darf ich berichten, dass ich diesbezüglich im laufenden Kontakt zur Geschäftsführung der EVN AG stehe. Im Jänner 2009 wurde im Abluftkamin des Heizkraftwerkes ein Frequenzfilter eingebaut, der vorerst zur Verringerung von Schallimmissionen beigetragen hat. Weiters hat mich ein Bericht der Konzernleitung erreicht, demgemäss seitens der Betriebsleitung zusätzlich noch laufend Schallmessungen durch externe Experten durchgeführt wurden. Dabei konnten durch Messungen mit hochsensiblen Messgeräten weitere von der Anlage ausgehende Frequenzen festgestellt werden, die nunmehr in Abstimmung mit der Bezirkshauptmannschaft Mödling einer Behebung zugeführt werden sollen. Am 12. Mai 2009 soll seitens der EVN Mödling eine Informationsveranstaltung gemeinsam mit den Anrainern durchgeführt werden und soll dort die Vorstellung und Diskussion der weiteren Maßnahmen erfolgen. Die EVN AG hat aber auch darauf hingewiesen, dass mehrere von den Anrainern vorgebrachte Beeinträchtigungen durch Immissionen nicht dem Heizkraftwerk zugeordnet werden konnten. Ich hoffe, dass nunmehr durch diese umfangreichen Maßnahmen der Betriebsleitung der EVN eine Lösung für die Anrainer in greifbarer Nähe ist. Weiters wurde mir versichert, dass die Brennstoffe für das Heizwerk beinahe ausschließlich aus regionalen Quellen stammen, da ein Transport über weitere Distanzen wirtschaftlich nicht sinnvoll wäre. Die Anlieferung erfolgt auch größtenteils über die Bahn, wobei aufgrund des nicht direkten Bahnanschlusses die letzte Strecke mit LKW´s gefahren werden muss. Allfällige nicht österreichische Kennzeichen dieser LKW´s ändern jedoch nichts daran, dass das angelieferte Heizgut aus regionalen Quellen stammt.

Zur Anfrage von Herrn GR Heinz Tarmastin hinsichtlich der Verbesserung des Lebens von Menschen mit Behinderungen freut es mich ganz besonders berichten zu können, dass unser City Management hinsichtlich der Kennzeichnung von besonders behindertenfreundlichen Betrieben aktiv geworden ist. Weiters wird bei der Planung des Umbaus der Hauptstraße besonderes Augenmerk auf eine barrierefreie Erreichbarkeit der Geschäftslokale gesetzt. In diesem Zusammenhang wird auch das Sozialreferat der Stadtgemeinde Mödling Überlegungen hinsichtlich einer Darstellung dieser Aktivitäten anstellen.

Zur Anfrage von Herrn STR Stephan Schimanowa hinsichtlich der Nachmittagsbetreuung in den Tagesheimen darf ich richtig stellen: Es wurde nicht der ursprüngliche Antrag des Klubs der sozialdemokratischen GemeinderätInnen beschlossen, sondern ein Abänderungsantrag von Herrn GR DI Trötzmüller. Dieser Abänderungsantrag hat dahingehend gelautet, dass die zuständige Stadträtin beauftragt wird, Angebote und Möglichkeiten einzuholen, welche Lösungsmöglichkeiten es gibt und dabei auch den Verein Kidspoint einzubeziehen. Frau STR Olischer hat Lösungsmöglichkeiten dahingehend gesucht, dass sie den betreffenden Gemeinderatsbeschluss mit den jeweiligen Direktorinnen der Tagesheime besprochen hat. Beide Direktorinnen haben die Umwandlung der Tagesheime in eine private Betreuungseinrichtung kategorisch abgelehnt. Es wurde dabei auch darauf hingewiesen, dass die Änderung der „Ganztägigen Schulformen mit Nachmittagsbetreuung“ einer mehrheitlichen Zustimmung der Eltern und betroffenen Lehrer bedarf. Frau STR Olischer hat auch versucht, den von Herrn Stadtrat Schimanowa angesprochenen „Verein Kidspoint“ in die Lösungsfindung einzubeziehen. Dies war jedoch nicht möglich, da ein „Verein Kidspoint“ – trotz Anfragen bei den diversen Vereinsregistern - nicht aufgefunden werden konnte. In diesem Zusammenhang weise ich darauf hin, dass sämtliche von der Stadtgemeinde Mödling betriebenen Einrichtungen der Kinderbetreuung, seien es Kindergärten, Horte oder Tagesheime, durch engagiertes und motiviertes Personal bestens geführt werden und politische Auseinandersetzungen nicht auf dem Rücken dieser Einrichtungen ausgetragen werden sollten.

Zur Anfrage von Herrn STR Stephan Schimanowa hinsichtlich einer Beschäftigung von Herrn GR Ing. Michael Danzinger bei der City Management GmbH darf ich auf meine bisherigen Anfragebeantwortungen verweisen und insbesondere auch auf den Bericht des Prüfungsausschusses in dieser Angelegenheit.

Zur Anfrage von Frau STR Inge Hasenöhrl hinsichtlich der Vermietung des Schwarzen Turmes kann ich bestätigen, dass das Mietverhältnis mit Ende September 2009 ausläuft. Der Schwarze Turm befindet sich im Eigentum sowohl der Stadtgemeinde Mödling als auch der Marktgemeinde Maria Enzersdorf und haben gemeinsame Gespräche ergeben, dass an einer kommerziellen Verwertung dieses Denkmales kein Interesse besteht.

Zur Anfrage von Herrn GR Mag. Gerhard Wannenmacher hinsichtlich des Bauvorhabens Klostergasse 12 darf ich berichten, dass seitens des Stadtbauamtes eine Baubewilligung im Februar 2009 ausgestellt wurde. Das Bundesdenkmalamt ist in einem eigenen Verfahren eingebunden und trifft eine vom Bauverfahren unabhängige Entscheidung. Eine konkrete Lösung für die Garageneinfahrt, die sowohl die Feuerwehrzufahrt als auch die fußläufige Erschließung des Bauvorhabens beinhaltet, wurde im Bauverfahren berücksichtigt. Die Zufahrt zum Bauvorhaben ist auch in einer Wohnstraße stets gewährleistet.

Zur Anfrage von Herrn GR Mag. Gerhard Wannenmacher hinsichtlich des Bauvorhabens Jasomirgottgasse 6 darf ich berichten, dass die Bauarbeiten am straßenseitigen Gebäude derzeit eingestellt sind und die Abklärung einer entsprechenden Fassadengestaltung durch den Gestaltungsbeirat erfolgt ist. Gemeinsam mit dem Bauwerber wurde dabei eine Lösung erarbeitet, die nunmehr zur baubehördlichen Begutachtung vorgelegt wird.

Zur Anfrage von Herrn GR Mag. Gerhard Wannenmacher hinsichtlich des Buwog-Grundstückes in der Bruno Buchwieser-Gasse und des Betriebes der dort befindlichen Tennisanlage darf ich – wie schon wiederholt festgestellt – aussagen, dass aus meiner Sicht eine Umwidmung nicht in Frage kommt. Die Nutzung des Tennisplatzes für sportliche Aktivitäten liegt im Entscheidungsbereich des Grundseigentümers.

Zur Anfrage von Herrn GR Mag. Gerhard Wannenmacher hinsichtlich des Radweges in der B 17 muss ich mitteilen, dass das Verkehrsreferat der Stadtgemeinde Mödling mangels Zuständigkeit in keine Behördenverfahren eingebunden wurde. Hinsichtlich der Unterführung in der Viaduktstraße kann ich berichten, dass diesbezüglich bereits Gespräche zwischen dem Land Niederösterreich, der Stadtgemeinde Mödling sowie der Marktgemeinde Guntramsdorf hinsichtlich einer Fußgänger- und Radwege-Unterführung stattgefunden haben. Es soll ein Projekt ausgearbeitet werden und mit den österr. Bundesbahnen Kontakt aufgenommen werden.

Zur Anfrage von Herrn GR Mag. Gerhard Wannenmacher hinsichtlich der Busverbindungen der Linie 260 an Sonntagen darf ich berichten, dass das Verkehrsreferat Kontakt mit der hiefür zuständigen VOR-GmbH aufgenommen hat. Die VOR-GmbH hat eine Überprüfung des Sachverhaltes vorgenommen und mitgeteilt, dass in beinahe sämtlichen Fällen die Linie 260 so rechtzeitig in Brunn am Gebirge ankommt, dass der Bus der Linie 207 nach Mödling erreicht werden kann. Man kann also feststellen, dass die Sonntagsverbindung prinzipiell funktioniert, offenbar jedoch ein gewisser Widerstand hinsichtlich der Notwendigkeit des Umsteigens besteht.

Zur Anfrage von Herrn GR Dr. Wolfgang Loibl hinsichtlich der Stadterneuerungsaktion darf ich berichten, dass zahlreiche Projekte, wie die „Grundlagenerhebung Innenstadt“, die Planung und Neugestaltung des Kirchenplatzes St. Othmar, die Erstellung eines Kulturführers sowie die Erstellung des Corporate Designs zur Förderung eingereicht wurden und auch gefördert worden sind. Die Gesamtkosten der eingereichten Projekte betrug rund € 641.300,-- und konnten rund € 113.500,-- an Förderungsmittel lukriert werden. Derzeit sind noch die Projekte „Natur erleben“, der Erlebnisspielplatz Hyrtlpark Ost, die Planung der Hauptstraße sowie ein Relaunch der Homepage der Stadtgemeinde Mödling bei der Stadterneuerungsaktion eingereicht.

Zur Anfrage von Herrn GR Dr. Wolfgang Loibl hinsichtlich des Gestaltungsbeirates, dabei im speziellen hinsichtlich der Errichtung und des Umbaus von Portalen hat mir das hiefür zuständige Stadtbauamt berichtet, dass im Altstadtbereich bei der Neuerrichtung von Geschäftsportalen oder deren Umgestaltung die Planungsunterlagen dem Gestaltungsbeirat zur Beurteilung vorgelegt werden.

Zur Anfrage von Herrn GR Dr. Wolfgang Loibl hinsichtlich der Streusplittbehälter auf öffentlichem Grund darf ich berichten, dass laut Bescheid des Kammeramts der Firma Attensam für vier Standorte eine Genehmigung vom 1.November 2008 bis 30. April 2009 erteilt wurde. Gemäß dieser Bewilligung sind die Behälter nach dem Winter zu entfernen und sind die Plätze im gereinigten Zustand zu hinterlassen. Dies ist laut Mitteilung des Wirtschaftshofes bereits erfolgt.

5. Schriftliche Anfragen

Anfrage StR Drechsler (SPÖ): Vorwurf der Verletzung der Verschwiegenheitspflicht gegenüber den GRÜNEN

Die SPÖ wirft den GRÜNEN mit dem Artikel in der letzten Zeitung Geheimnisverrat vor.

Frage: was wird der Bürgermeister tun, um den GRÜNEN in Hinkunft die illegale Verbreitung von Informationen zu verhindern?

Antwort BM: In solchen Fällen wird bekanntlich die Staatsanwaltschaft von sich aus aktiv. Der Strafrahmen erstreckt sich von Geld- bis zu Gefängnisstrafen.
Stellungnahme Trötzmüller (GRÜNE): Ist als Autor des betreffenden Artikels betroffen. Die Informationen stammen nicht aus der betreffenden Gemeinderatssitzung, da der betreffende Text bereits vor der Sitzung in Druck gegangen ist. Die Informationen waren teilweise bereits aus der Presse oder einer Anfrage bei der Staatsanwaltschaft bekannt oder sind im Handelsregister öffentlich zugänglich. Teilweise stammt die Information aus einer Einsichtnahme in den Prüfbericht, der den Fraktionen 8 Tage vor der Sitzung gewährt wurde. Dabei wurde mit STRin Olischer besprochen, dass keine Namen von Beschuldigten und keine umfangreichen Zitate aus dem Bericht veröffentlicht werden. Dies wurde eingehalten. Von Vertraulichkeit war damals keine Rede. Politisch ist es auch abzulehnen, dass die Information der Öffentlichkeit über derartige Geschehnisse durch Vertraulicherklärung verhindern zu wollen. Außerdem hat auch die Stadtgemeinde von sich aus Informationen an die Presse weitergegeben. Wenn schon Vertraulichkeit, dann muss sie für alle gelten.

[Kommentar: was reitet die SPÖ, dass sie sich in einer völlig dubiosen Sache zur Verteidigung von nicht zu verteidigenden Zuständen machen?]

Anfragen Gerhard Wannenmacher (GRÜNE): Bauvorhaben Klostergasse 12

Wie ist der Stand der Bewilligungen – insbesondere auch betr. BDA?
Welche Auflagen für die Ausführung der Fassade wurden erteilt?
In welcher Form wird die Einfahrt in die Tiefgarage gelöst?

Antwort BM: Baubewilligung liegt vor. Die Details sind mit dem BDA abzustimmen. Der Stadt liegen noch keine weiteren Informationen über Einzelheiten vor.

Anfragen Gerhard Wannenmacher (GRÜNE): Bauvorhaben Jasomirgottgasse 6

Wie ist der Stand in der Bauausführung: wurde die Bausperre mittlerweile aufgehoben?
Welche Auflagen wurden für die Fertigstellung des Baus erteilt?
Wurde bei der Genehmigung die Verträglichkeit mit dem Ensemble geprüft? Und wenn ja, von wem?

Antwort BM: Die Ausführung hat nicht der Einreichung entsprochen. Deshalb wurde eine Bausperre verfügt. Der Gestaltungsbeirat hat mittlerweile einen Kompromiss hinsichtlich der Ausführung gefunden, der das Gebäude weitgehend in den ursprünglich geplanten Zustand versetzt.

[Kommentar: die Frage nach der ersten, ursprünglichen Planung wurde geflissentlich nicht beantwortet].

Anfragen Gerhard Wannenmacher (GRÜNE): Bauvorhaben Mölkerhof:

Wie ist der Stand in dem ggst. Bauvorhaben?
Liegt ein Bauansuchen vor?
Wie ist der Stand der Verhandlungen zum Denkmalschutz?
Wie kann seitens der Stadt gewährleistet werden, dass dieser wesentliche Bau für das Ensemble der Stadt in einer Weise erhalten bleibt, dass das Bild der Stadt gewahrt bleibt?

Antwort BM: Genehmigt ist vorerst nur der Abbruch der südlichen Nebengebäude. Das BDA kontrolliert ständig. „Aber der Bauherr ist selbst sehr penibel darauf bedacht, das unter Denkmalschutz stehende Haus tatsächlich im ursprünglichen Zustand zu renovieren“ (Zitat Baudirektor).

[Kommentar: wir würden es gern glauben…]

Anfrage StR Schimanova (SPÖ): SOMA – Sozialmarkt als Politikum?

Seit April 2008 gibt es auch in Mödling einen Sozialmarkt. Nach langer Vorlaufzeit wurde dieser in Zusammenarbeit mit dem Land, dem AMS und den Bezirksgemeinden errichtet. Wer im SOMA einkaufen will, darf jedoch ein bestimmtes Einkommen nicht überschreiten. Für Alleinstehende liegt dieses bei 820 Euro, bei zwei Personen bei 1.230 Euro, für jede weitere im Haushalt lebende Person können 100 Euro hinzugerechnet werden. Da die Anzahl der Personen steigt die sich das tägliche Leben nicht mehr leisten können, kann diese Einrichtung nur begrüßt werden. Diverse Medienauftritte des Bürgermeisters und der Versuch die soziale Bedürftigkeit für politische Zwecke zu missbrauchen, zeigen, dass er die dahinter stehende Problematik nicht verstanden hat und es an dementsprechender Ernsthaftigkeit vermissen lässt.

Die Tatsache, dass derartige Märkte überhaupt benötigt werden, ist eine Schande für unsere Gesellschaft. Statt gerechte Chancen zu ermöglichen und eine grundsätzliche Verteilungsgerechtigkeit zu schaffen, muss durch Almosenpolitik die endgültige gesellschaftliche Marginalisierung der sozial Schwachen verhindert werden. Dazu passt die begleitende Öffentlichkeitsarbeit durch den Bürgermeister. Fast jede Woche durften wir in der Vergangenheit einen vergnügten Bürgermeister beim Besuch des Sozialmarkts aus irgendeiner Zeitung lachen sehen, als würde es sich um die immer wiederkehrende Eröffnung einer Nobelboutique handeln. Man konnte so den Eindruck gewinnen, dass es den Bürgermeister nicht betroffen macht, dass Kommunen derartige Einrichtungen mitfinanzieren müssen, damit eine nicht geringe Zahl an GemeindebürgerInnen sich überhaupt noch das tägliche Leben leisten kann.

Umso ärgerlicher ist es, dass GemeinderätInnen der Mödlinger Volkspartei ein Informationsgespräch sozialdemokratischer Bürgermeister mit Soziallandesrätin Karin Scheele im Sozialmarkt gezielt störten und dieses Gespräch in den Regionalmedien als parteipolitisch motiviert verunglimpften. Der Besuch war vielmehr dadurch motiviert, dass sich die sozialdemokratischen Bürgermeister als Vertreter ihrer Gemeinden die ja auch an der Finanzierung des Sozialmarkts beteiligt sind, erstmals vor Ort informieren wollten, um eventuell weitere Unterstützungen seitens der Gemeinden zu ermöglichen. Daher ist das dahinter liegende Demokratieverständnis der ÖVP als äußerst bedenklich einzustufen, da hier suggeriert wird, dass letztendlich nur die VertreterInnen der Volkspartei wirklich die Interessen der Menschen vertreten und andere Parteien bloß aus Eigeninteressen handeln, also Parteipolitik betreiben.

1. Wie stehst du als Bürgermeister zu dem gezielten Störversuch von GemeinderätInnen der Mödlinger Volkspartei und warum hast Du diesen Störversuch veranlasst?
2. Haben andere Parteien in Zukunft immer damit zu rechnen, dass GemeinderätInnen der Mödlinger Volkspartei zu Störaktionen ausgeschickt werden?
3. Wie stehst du in der politischen Auseinandersetzung zur Fairness und Sachpolitik?

 

Vbgm. KR Dir. Ferdinand Rubel (Finanzen, Vermögen, Liegenschaften und Energie)

6. Weinbauverein Mödling – Subvention der Weintage 2009

24. 7. – 2. 8.2009, erwartete Kosten voraussichtlich € 40.000,-- (Großteil: Musik). Antrag: € 4.000,-- Subvention (2008: 4.500,--) und € 8.000,-- in Naturalleistungen, Ausfallshaftung € 2.000,--
Abänderungsantrag (ÄND) GRÜNE: Naturalsubvention ja, Ausfallshaftung erhöht auf € 4.000,-, aber keine verlorene Subvention.


AB ÄND: 5/30/0 (pro/contra/Enthaltung)
AB Hauptantrag: 31/0/5 (GR Enthaltung)

7. Richtlinie des Gemeinderates der Stadtgemeinde Mödling über die Direktförderung von Umweltmaßnahmen 2009

Es geht um die Energiefördermaßnahmen.

Alfred Trötzmüller (GRÜNE): Der Sonderausschuss, der zur Überarbeitung der Richtlinien eingerichtet worden ist, hat prinzipiell gut gearbeitet und eine neue, sinnvollere Förderstruktur beschlossen: Es gibt Zuschüsse für die Dämmung der obersten Geschoßdecke und die Förderungen für Wohnhausanlagen mit einer größeren Wohnungszahl wurden verbessert. Bei Wärmepumpen werden nun höhere Qualitätsanforderungen als Voraussetzung für die Förderung eingeführt. Auf der anderen Seite wurden allerdings die Fördersätze und die Obergrenzen der Zuschüsse teilweise massiv gesenkt. Natürlich kann die Gemeinde nur begrenzte Finanzmittel für die Förderungen zur Verfügung zu stellen, und die sollen so eingesetzt werden, dass für möglichst viele MödlingerInnen ein Anreiz gegeben ist, Investitionen zu Einsatz erneuerbarer Energien zu tätigen. Um sicher zu gehen, dass die Änderung der Richtlinie nicht zu einer Reduktion der Fördermittel führt, sollen diese Ziele in den Antrag aufgenommen werden.

Zusatzantrag GRÜNE: Ziel ist eine Steigerung der Anzahl energiesparender Maßnahmen und der Umstellungen auf erneuerbare Energieträger; Dotierung 2009 in Höhe von EUR 25.000,-, Absicht, das Förderungsbudget auch in Zukunft gleich hoch dotieren zu wollen, jährliche Evaluierung in Hinblick auf diese Ziele.

AB ZUS: ++
AB Hauptantrag: ++

Stadträtin Mag. Ulrike Binder (Verwaltung)

8. Entwidmung der Teilfläche des Grundstückes Nr. 349/55, EZ 3981, KG Mödling nach dem Straßengesetz (Wienerstraße 2/Bahnstraße 8)

AB++

9. Nachtrag zum Unternehmenspachtvertrag mit Herrn Gerhard Reinecker hinsichtlich der Freizeitbetriebe im Stadtbad Mödling

AB++

Stadtrat Mag. Dr. Gerald Ukmar (Stadtentwicklung und Raumplanung)

10. Bereich „Friedrich Schiller-Straße Süd und Demelgasse“ – Änderung des Bebauungsplanes (Schutzzonen 1. Tranche)

Trötzmüller (GRÜNE): Da in der Schutzzone keine Bebauungsdichten, Baufluchtlinien und Baufluchtlinien festgelegt sind, müsste verpflichtend ein Ortsbildgutachten eingeholt werden. Diesbezügliche Anträge der Grünen wurden jedoch in der Vergangenheit abgelehnt, daher keine Zustimmung zu dieser Bebauungsplanänderung.

Holzmann (SPÖ): Zu Punkt 5 (Neusiedler Straße / Beethovengasse / Badstraße): Für das Eckgrundstück Badstraße/Beethovengasse soll keine Anpassung der Bebauungshöhe erfolgen, da sich der Grundstücksbesitzer nicht kooperativ gezeigt hat.

Getrennte Abstimmung für Pkt. 5 (Neusiedler Straße / Beethovenstraße / Badstraße: 26/10/0 (GR +)
AB (Rest): 23/5/0 (GR -)

Vbgm. Andreas Holzmann (Bau, Verkehr und Wirtschaft)

11. Wirtschaftshof; Belagsanierung einer Teilfläche

Jetzt wird es nur eine Teilsanierung: 56.353,-- € exkl. für 1.000 m2 (Vorher waren es 270.000,--)

AB 26-10-0 (GR +)

12. Naturalsubventionen ab EUR 3.000,00

3.756,-- € (Feuerwehrfest)

AB++

13. Gehwegverbreiterung in der Wiener Straße vor ONr. 6 bis Höhe Stefaniegasse zur Schaffung eines neuen Geh- u. Radweges bzw. im Zuge dessen Versetzung von 7 Hochmasten sowie Bodenmarkierungsarbeiten

36.000,-- € Fa. ABO, 19.500,- € Fa. Hartmann (Elektro)

AB++

14. Fremdleistungen Grunderhebung Kanal

Summe: 176.824,-- € (Kanalkataster)

AB++

15. Änderung des Citybuskonzeptes

Im Rahmen der Überarbeitung des Mödlinger Citybusses und wegen Beschwerden aufgrund der Route durch die Templergasse soll die Linienführung der Linien 2A und 2B geändert werden. Der Citybus soll wieder über den Reisenbauerring geführt werden. Die Kursänderung wäre laut ÖBB Postbus Fahrplan technisch möglich. Die zusätzlich gefahrenen Kilometer betragen 3.136,4 km/pro Jahr. Die Mehrkosten betragen EUR 15.318,18, inkl. 10% USt. Davon sind wieder die Beiträge der Landesförderung abzuziehen, wonach für die Stadtgemeinde ca. 8.000 € an Mehrkosten übrig blieben.
Die geänderte Linienführung könnte mit Anfang September 2009 umgesetzt werden. Die alten Haltestellen müssen wieder errichtet werden. Des weiteren müssen neue Busfahrpläne gedruckt werden. Die Bedeckung ist im Nachtragsbudget 2009 vorzusehen.

AB++

Stadträtin Inge Hasenöhrl (Umwelt)

16. Korrektur der Ortspolizeilichen Umweltschutzverordnung nach der Verordnungsprüfung durch das Gemeindereferat des Landes NÖ

Die Verordnungsprüfung der im Gemeinderat am 3. Oktober 2008 beschlossenen Novelle der Ortspolizeilichen Umweltschutzverordnung hat kleine Abänderungen nötig gemacht:
„Lagerungen im Vorgarten sind ausschließlich nach dem AWG, Verunreinigungen nach dem WRG zu verfolgen und zu strafen.“

Der alte § 2 lautete: „Unverbaute Grundstücke innerhalb des Baulandes sind frei zu halten von unzumutbarem Wildwuchs, von Verunreinigungen und Ablagerungen. Solche Grundstücke sind regelmäßig zu pflegen bzw. sind geeignete Vorkehrungen zur Verhinderung von Missständen zu treffen.“
´Unzumutbarer Wildwuchs´ fällt eigentlich ins Zivilrecht, die Miteinbeziehung der Gemeinde scheint entbehrlich, muss aber nicht aus der VO gestrichen werden.

§ 2, neu formuliert: „Unverbaute Grundstücke innerhalb des Baulandes sind frei zu halten von unzumutbarem Wildwuchs. Solche Grundstücke sind regelmäßig zu pflegen bzw. sind geeignete Vorkehrungen zur Verhinderung von Missständen zu treffen.“

Der § 26 wird ersatzlos gestrichen, da der Bereich der Bestrafung mittlerweile in § 10 Abs. 2 VStG 1991 geregelt ist.

AB++

Stadtrat Mag.(FH) Paul Werdenich (Kultur, Jumelage und Intern. Beziehungen)

17. T-Jazz 2009 – Kostenübernahmen

AB++

18. Orgelsommer 2009 – Kostenübernahmen

AB++

19. Shakespeare 2009 – Kostenübernahmen

AB++

Stadträtin Verena Schwendemann (Kindergarten, Schule und Familie)

20. NÖ LKG Spechtgasse; Umgestaltung der freien Bewegungsfläche

Hier wurde schon lange nichts mehr gemacht. Eine Planerin des Landes NÖ wurde mit der Neugestaltung – unter Einbeziehung der Kinder, des Elternvereins und des Personals – beauftragt. Es soll eine befestigte Fläche zum Dreiradfahren, eine Hangrutsche, ein Spieldorf, 2 Nestschaukeln, eine große Sandmulde und ein Wasseranschluss mit Wasserpumpe und Spieltisch und eine neue Gartengerätehütte errichtet werden. Es wurden mehrere Angebot eingeholt. Kosten: Spielgeräte (Fa. Algebra) 16.151,55, Abbruch und Entsorgung sowie Pflasterung für Wasserspielbereich und Dreiradweg (Fa. ABO) 20.939,35, Bäume, Hecken, Rollrasen, Humus, Rindenmulch, Umbau der Bewässerungsanlage (Stadtgärtnerei) 8.913,50, Fallschutzrinde, Wasseranschluss, Miete Bagger und Dumper, Material für Sandmulde (Bauhof) €3.000,00, Gesamtkosten: € 49.004,40 exkl. MWSt.

AB++

21. KG Eisentorgasse - Vergabe der Einrichtung

Lt. Beschluss in der StR-Sitzung vom 3.12.2008, wurde die Firma Generalplanung mit der Ausschreibung der Einrichtung für den generalsanierten Kindergarten in der Eisentorgasse beauftragt.
Die Ausschreibung wurde gemäß dem Bundesvergabegesetz in Form eines 2-stufigen Verfahrens abgewickelt und nach Prüfung der Eignung der Firmen und Einholung der Preise ein Verhandlungsverfahren durchgeführt. Bestbieter: Fa. Alpenkid Resch, € 111.206,00, exkl. USt.

Für die Einrichtung der Bewegungsräume sind die Geräte der Fa. Spiel + Schule, die bereits die Bewegungsräume der KIGA Spechtgasse und Hyrtlstraße eingerichtet hat, vom sportmedizinischen Standpunkt aus gegenüber den Geräten der Fa. Alpenkid Resch als besser geeignet befunden worden.
Daher soll der Auftrag zweigeteilt werden und die Einrichtung der Bewegungsräume von der Firma Spiel + Schule Schorn zum Anbotspreis von € 17.521,16, exkl. USt. vorgenommen werden.
Der Auftrag der Firma Alpenkid soll um die von ihnen angebotene Einrichtungspreise der Bewegungsräume reduziert werden und beträgt danach € 96.789.00, exkl. USt., gesamt €114,310,16

AB++

Stadtrat Stephan Schimanowa (Soziales und Wohnungsvergaben)

22. Integrationsberatungsstelle: Auftrag zur Durchführung und anteiligen Kostenbeteiligung

Es möge beschlossen werden, eine Integrationskoordinations- und Beratungsstelle in der Wienerstraße 18 einzurichten. Die monatlichen Kosten dafür belaufen sich auf € 350,-- wobei die Hälfte dieser Kosten durch die Projektfinanzierung der EU abgedeckt ist.

AB++

 

Dringlichkeitsanträge der Parteien

Konjunkturpaket (SPÖ)

Antragstext (PDF)

Wannenmacher (GRÜNE) zu dem Antrag:
Angesichts der finanziellen Situation der Stadt ist eine massive zusätzliche Verschuldung verantwortungslos!
Tatsächlich wird es wohl nötig sein, dass der Staat Mittel investiert, um die Wirtschaft wieder anzuregen und damit die Beschäftigungssituation zu verbessern. Das hat aber mit Plan und koordiniert – zumindest (!) – auf Ebene der Republik zu erfolgen: besser natürlich auf Europäischer Ebene. Eine unkoordinierte Politik, seitens Gemeinden Geld wahllos auszugeben, ist nicht zielführend. Die Aufnahme von zig Millionen als Anleihe, was einen andere Form von Darlehen ist, mit 5 Jahren rückzahlungsfreier Zeit (!) bedeutet schlicht, diese Schulden in die weitere Zukunft zu verschieben. Es gibt auch eine finanzielle Nachhaltigkeit! Der Vorschlag der SPÖ ist unverständlich und abzulehnen.

AB 11-27-1 (GR-)

Skaterplatz (SPÖ + GRÜNE)

Antragstext (PDF)

Zuweisung an Bau-/Verkehrsausschuss

AB 37/0/1

Einbau einer Außenliftanlage im Hof des Gemeindeamts, um Behinderten den Zugang zu ermöglichen (Wir für Mödling)

Zuweisung an Finanzausschuss

AB 37/0/0

Aufstellen von Infotafeln mit Stadtplan beim Bahnhof und beim Busbahnhof Badstraße (Wir für Mödling)

AB++

Graffitiwettbewerb beim Bachdurchgang in Höhe Bahnhof zur Übermalung rechtsextremer Aufschriften und Entfernung rechtsextremer Aufkleber durch den Wirtschaftshof (StR Schimanova, SPÖ, GR Kny, ÖVP, StR Binder, GRÜNE)

Antragstext (PDF)

AB 37-1-0

Stadtbad Mödling Öffnungszeiten / Hallenbadsperre im Sommer (ÖVP)

Antragstext (PDF)

[Kommentar: Die Renovierung des Garderobentraktes wird auf 1,2 Mio. geschätzt – wie soll das gehen? Außerdem ist bei der Höhe der Einsparungen nicht berücksichtigt, dass auch jetzt schon während der 3-wöchigen Revision geschlossen ist und dass bei Schlechtwetter und durch die Sperre der getrennten Saunen mit einem Verlust von Eintrittsgeldern zu rechnen ist. Der Antrag wird eine Woche vor einem Sonder-Ausschuss zu genau der Frage der Einsparungsmöglichkeiten gestellt: er ist offenbar vor allem dazu gestellt worden, die SPÖ-Stadträtin zu provozieren]

AB 21-16-0 (GR-)